Weil Innovation so wettbewerbsfähig ist, müssen Unternehmen mit F&E-Akteuren außerhalb ihres Unternehmens zusammenarbeiten, um weiterhin innovative Lösungen zu produzieren. Der richtige Umgang mit geistigem Eigentum in Open Innovation Projekten ist daher von entscheidender Bedeutung, wenn durch offene Innovationsprozesse entwickelt wird, gleichzeitig müssen alte Auffassungen über geistiges Eigentum neu bewertet werden müssen. 

Geistiges Eigentum in Open Innovation - Mann liest Buch

 

Der Kern von Open Innovation (OI) ist der Wissenstransfer zwischen den Parteien. Bevor Sie mit Ihrem Open-Innovation-Projekt beginnen, müssen Sie sicherstellen, dass Sie ein adäquates Arbeitsumfeld für OI schaffen und dass Ihre Mitarbeiter zum Wissensaustausch bereit sind

Gleichzeitig müssen Sie sicherstellen, dass der Wissenstransfer richtig gehandhabt wird, und es ist ratsam, dies bereits in einem sehr frühen Stadium des Innovationsprozesses zu tun. Wenn Sie Ihr geistiges Eigentum nicht richtig verwalten, riskieren Sie Ausnutzung Ihrer immateriellen Güter. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie Ihre innovativen Ideen schützen können, und alle enthalten vertragliche Mechanismen. 

Der Europäische Helpdesk für geistiges Eigentum bietet eine hilfreiche Bibliothek mit Factsheets, die Fragen zu Ihren geistigen Eigentumsrechten, Patenten und Lizenzen beantworten.  

So der Helpdesk geistiges Eigentum im Zeitalter der Open Innovation definiert:

“Im Kontext der Open Innovation spielt das geistige Eigentum eine neue Rolle, die nicht mehr die üblichen Abwehrmechanismen der Unternehmen widerspiegelt. Genauer gesagt haben bis vor einigen Jahren die meisten mittelständischen Unternehmen ihre Patente dazu benutzt, Konkurrenten zu blockieren und um frei auf dem Markt zu agieren. Dieser defensive Ansatz basierte auf der Vorstellung, dass Patente ein negatives Recht darstellen, andere auszuschließen, anstatt Innovationen zu ermöglichen. Im Gegensatz zu dieser Auffassung erlaubt der Patentschutz den Unternehmen jedoch, ihre Lösungen zu kommerzialisieren und auf sichere Weise F&E-Kooperationen einzugehen, wobei die Risiken einer Aneignung ihres geistigen Eigentums durch ihren Partner begrenzt sind. In der Tat sind Patente für den innovativen Prozess äußerst wichtig, da sie gleichzeitig schützen und offenlegen”.

Das Factsheet “Umgang mit geistigem Eigentum in Open Innovation” insbesondere zielt darauf ab, notwendige Vereinbarungen in Bezug auf geistiges Eigentum zu erörtern, wie 

  • Geheimhaltungsvereinbarungen 
  • Absichtserklärung
  • Konsortialvereinbarungen
  • angemessene vertragliche Vereinbarungen über gemeinsam erstelltes geistiges Eigentum
  • Lizenzierung

Darüber hinaus ist es grundlegend, das geistige Eigentum jeder Partei genau zuzuordnen und dann zur Bewertung und Prüfung des geistigen Eigentums überzugehen. Diese Maßnahmen helfen Ihrer Organisation, den Wert und die Risiken im Zusammenhang mit dem geistigen Eigentum Ihres Partners zu bewerten. 

In Bezug auf den Informationsaustausch lässt sich Open Innovation also folgendermaßen definieren: 

Open Innovation bedeutet externes Wissen für ein besseres Management Ihres internen Wissens zu nutzen und so das Meiste aus dem geistigen Eigentum Ihres Unternehmens rausziehen zu können. Open Innovation bedeutet nicht, das Wissen den F&E-Partnern frei zur Verfügung zu stellen, sondern es mit ihnen zu teilen, um eine besserem wettbewerbsfähige Lösung zu finden.